Aura-Soma ist für mich kein System, das man anwendet.
Es ist eine Sprache. Leise, ehrlich und oft erstaunlich klar. Eine Sprache der Farben, die etwas in uns berührt, lange bevor wir es in Worte fassen können.
Seit vielen Jahren begleitet mich Aura-Soma auf meinem eigenen Weg. Vieles, was ich dabei für mich selbst entdeckt und im persönlichen Umfeld erfahren habe, lasse ich heute in meine Begleitung einfliessen.
Dabei geht es nicht um ein klassisches Reading, bei dem Flaschen ausgewählt und interpretiert werden. Meine Begleitung beginnt an einem anderen Punkt: bei dir, deinem Leben, deinen Fragen und dem, was sich gerade zeigen will.
Die Farben dienen dabei als Spiegel. Sie geben Hinweise, öffnen Räume und machen innere Zusammenhänge sichtbar – ohne zu drängen und ohne zu bewerten.
Farben als Wegweiser durchs Leben
Aura-Soma begleitet mich seit vielen Jahren. Mit der Zeit hat sich meine Art, damit zu arbeiten, immer weiter verfeinert. Heute verbinde ich die Farben der Geburtsflasche mit den Jahresenergien und mit den Lebensphasen, in denen ein Mensch gerade steht.
Immer wieder erlebe ich – im persönlichen Umfeld wie auch in Begegnungen und Gesprächen – dass Menschen spüren, wenn sie an einem inneren Übergang stehen. Etwas passt nicht mehr ganz, etwas Neues ist noch nicht greifbar. Genau hier können die Farben eine erstaunliche Klarheit schenken. Sie machen sichtbar, welche Themen im Hintergrund wirken, wo innere Spannungen entstehen und welche Ressourcen vielleicht lange übersehen wurden.
Mir ist wichtig, dass Aura-Soma verständlich bleibt. Die Farben dürfen berühren – aber sie sollen auch im Alltag greifbar sein. Es geht nicht um spirituelle Konzepte, sondern um gelebte Erfahrungen.
Jahresenergien und innere Zyklen verstehen
Ein zentraler Teil meiner Begleitung ist der Blick auf die aktuellen Jahresenergien. Jede Jahresflasche trägt eine eigene Qualität in sich und spiegelt, welche Themen gerade im Vordergrund stehen.
Manche Jahre laden zum Aufbruch ein, andere zur Integration oder zum bewussten Innehalten. Gerade in Phasen des Wandels – beruflich, familiär oder innerlich – kann dieser Blick sehr unterstützend sein. Er hilft, das eigene Erleben einzuordnen und mit mehr Vertrauen durch bewegte Zeiten zu gehen.
Spannungsfelder in Beziehungen sichtbar machen
Ein Aspekt meiner Aura-Soma-Arbeit liegt mir besonders am Herzen: das Sichtbarmachen von Spannungsfeldern zwischen Menschen.
Diese sogenannten Spannungsflaschen entstehen aus der Differenz zweier Geburtsflaschen. Sie zeigen, wo unterschiedliche Bedürfnisse, Prägungen oder Lebenshaltungen aufeinandertreffen. Das kann in einer Partnerschaft sein, zwischen Eltern und Kindern, innerhalb der Familie oder auch im näheren Umfeld.
Die Farben dieser Spannungsflaschen machen sichtbar, warum sich gewisse Themen immer wieder reiben oder warum man sich trotz Nähe manchmal nicht wirklich verstanden fühlt. Es geht dabei nicht um Schuld oder richtig und falsch, sondern um Verstehen.
Allein dieses Erkennen kann vieles verändern. Oft entsteht mehr Mitgefühl – für das Gegenüber, aber auch für sich selbst. Und nicht selten bringt genau dieses Verstehen eine neue Leichtigkeit in Beziehungen.
Eine persönliche Erfahrung mit meiner Tochter
Ein Erlebnis aus meinem eigenen Leben hat meine Sicht auf Aura-Soma und insbesondere auf Spannungsflaschen tief geprägt.
Es liegt schon viele Jahre zurück. Meine Kinder waren bereits im Teenageralter, und aus Neugier – und wohl auch aus dem Wunsch heraus, sie besser zu verstehen – rechnete ich damals die Geburtsflaschen meiner drei Kinder und von mir selbst aus. Daraus ergaben sich auch die Spannungsflaschen zwischen uns.
Zwischen meiner jüngsten Tochter und mir „knallte“ es zu jener Zeit immer wieder ganz gehörig. Sie war etwa 14 Jahre alt, sehr lebhaft, voller Energie – und manchmal ein richtiges Schlitzohr. Unsere Begegnungen waren intensiv, oft laut, manchmal anstrengend. Nähe und Reibung lagen sehr dicht beieinander.
Als ich mir ihre Geburtsflasche genauer ansah, erkannte ich darin einen versteckten Rotaspekt. Und unsere gemeinsame Spannungsflasche war die B6 – Rot über Rot.
In diesem Moment wurde mir vieles klar.
Rot steht für pure Lebensenergie, für Willenskraft, Leidenschaft und Freude. Gleichzeitig trägt Rot auch die Themen von Wut, Frust und Aggression in sich. Es ist eine starke, ungefilterte Energie.
Plötzlich verstand ich, woher diese Intensität kam – und warum es zwischen uns so oft „krachte“. Es ging nicht darum, dass etwas falsch war. Es ging um viel Energie, die auf viel Energie traf.
Und das Entscheidende: Allein durch dieses Wissen veränderte sich etwas in mir. Ich begann, anders zu reagieren. Ruhiger, bewusster, mit mehr Verständnis für ihre Impulsivität – und auch für meine eigene. Die Konflikte lösten sich nicht über Nacht auf, aber sie verloren ihre Schärfe. Die Energie durfte da sein, ohne ständig zu eskalieren.
Was dieses Erlebnis in mir verändert hat
Dieses Erlebnis war für mich ein Schlüsselmoment. Es hat mir gezeigt, dass Aura-Soma weit über das individuelle Erkennen eigener Themen hinausgeht. Die Farben machen sichtbar, wie Energien aufeinandertreffen, sich verstärken oder sich gegenseitig herausfordern – gerade dort, wo Nähe, Liebe und Verantwortung im Spiel sind.
Seitdem schaue ich in meiner Arbeit nicht nur auf einzelne Lebenswege, sondern auch auf die Verbindungen dazwischen. Denn oft liegen genau dort die grössten Lernfelder – und ebenso die grössten Entwicklungsmöglichkeiten.
Keine Flaschenwahl – und doch klare Impulse
In meiner Begleitung wählen wir keine Aura-Soma-Flaschen aus, wie man es aus klassischen Readings kennt. Es kann jedoch sein, dass sich am Ende einer Sitzung eine bestimmte Flasche zeigt, mit der es sinnvoll wäre, eine Zeit lang zu arbeiten – als Unterstützung, als Vertiefung oder als sanfter Begleiter im Alltag.
Diese Empfehlung entsteht nicht aus einem Schema, sondern aus dem Gesamtbild, das sich im Gespräch und in der Analyse zeigt.
Warum Aura-Soma für mich bis heute so wertvoll ist
Aura-Soma ist für mich bis heute ein zutiefst lebendiges Werkzeug geblieben. Kein starres System, sondern eine feine Orientierungshilfe durch unterschiedliche Lebensphasen, Beziehungen und innere Prozesse.
Ich erlebe immer wieder, wie allein das bewusste Hinschauen und Verstehen etwas in Bewegung bringt. Wie sich Enge lösen kann, wo vorher nur Spannung war. Und wie Farben Türen öffnen – nicht nach aussen, sondern nach innen.
Vielleicht ist genau das die eigentliche Kraft von Aura-Soma:
dass es uns hilft, mit mehr Verständnis, Mitgefühl und Klarheit unseren eigenen Weg zu gehen – und einander ein Stück besser zu begegnen.